15.12.2020

Da hat die WHO wieder mal eine Meldung rausgehauen, die unser aller Leben verbessert:

Weihnachtsmann ist immun!“

Die WHO hat eine beruhigende Weihnachtsbotschaft an die Kinder ausgesandt: Der Weihnachtsmann kann trotz der Corona-Pandemie um den Globus reisen, um seine Geschenke zu verteilen. Sie verstehe die Sorgen um den Weihnachtsmann, da dieser von „höherem Alter“sei, sagte die für die Bekämpfung der Pandemie zuständige WHO-Expertin Van Kerkhove in Genf. Doch der Weihnachtsmann sei „immun“ gegen das neuartige Virus. Sie und ihre WHO-Kollegen hätten kurz mit dem Weihnachtsmann gesprochen – ihm und seiner Frau gehe es „sehr gut“, sie seien derzeit „sehr beschäftigt“. (Quelle: teletext.orf.at)

 

Ich persönlich finde, diese Meldung wirft einige Fragen auf. Zum Beispiel:

„Gelten für den Weihnachtsmann Reisebestimmungen und Quarantänemaßnahmen?“

„Ist seine Frau auch immun?“

„Dürfen die Elfen nebeneinander am Fließband arbeiten?“

„Was genau rauchen Frau Van Kerkhove und ihre WHO Kollegen?“

„Wurde bei dem Gespräch mit dem Weihnachtsmann der Mindestabstand eingehalten?“

„Welches medizinische Institut hat die „Immunität“ bestätigt?“

 

Es gibt ganz einfach viele offene Fragen nach diesem Statement. Doch ich fürchte niemand wird sie uns beantworten. Santa Claus, der alte Zoosexuelle, ist also „immun“. Ich denke, das beruhigt jetzt ganz, ganz viele Menschen. Vor allem wenn man bedenkt, dass nur 33 % der Weltbevölkerung den Christen zugeordnet sind. Die wiederum in 5 große Gruppierungen gespalten sind. Jede von ihnen hat eine Vielzahl an Untergruppierungen. Und jede dieser Untergruppierungen hat eine eigene Auslegungen vor welchem Tempel oder Altar man herumrutschen oder auf und ab springen soll. Und vor allem wann. Die mit den ganz lustigen, oft bunt verzierten Hüten sind der Meinung, dass dies vor allem rund um den 24. Dezember besonders wichtig sei. Weil, Geburt von J.C. feiern und so weiter. J.C. ist eigentlich die Abkürzung des Jewish Chronicle, der ältesten und einflussreichsten jüdischen Zeitung. Aber ich finde, genau aus diesem Grund sollte die lustige Hut-Fraktion J.C. als Abkürzung für ihren heiligen Zimmermann verwenden. Sollte das zu radikal sein, könnten sie auch gerne auf J.SEE, JAY-CEE, CHEESEE oder ganz einfach JAY-Z zurückgreifen. Wobei es bei Letzterem wahrscheinlich markenrechtliche Probleme geben könnte. Wie auch immer, wegen JAY-Z feiern wir also Weihnachten. Die Heiden haben den Baum gesponsort, die Germanen das Datum festgesetzt und ein dicker Mann mit Rauschebart, der gegen COVID-19 immun ist, Kontakte zur WHO hat und in der kleinasiatischen Region Lykien geboren wurde, bringt die Geschenke. Für den Stress sorgen wir selbst. Die Medien und vor allem der Handel sorgen für den Zwang. Die ganze Welt soll „mitfeiern“ aber vor allem einkaufen. Gratulation. Ein erfundenes Fest mit willkürlichen Regeln, vollgepackt mit Lügen, vorangetrieben durch Konsumgier.

Aber ich möchte heute eine Lanze für das „Weihnachtsfest“ brechen. Denn es gibt natürlich auch Menschen, die dieses Fest feiern, weil sie irgendetwas damit verbinden, was ihnen gefällt. Und das ist etwas Schönes. Manche freuen sich mehr, manche weniger, manche nur über gewisse Momente. Aber es ist Freude. Ehrliche Freude, die mit Sicherheit bei der ein oder anderen JAY-Z Party auf dieser Welt empfunden wird. Jetzt also den Zeigefinger zu heben und zum Weihnachtlichen-Boykott aufzurufen wegen Hunger in der 3. Welt, Menschenrechtsverletzungen, Klimaveränderungen, Finanz Missständen in den Industrieländern oder religiösen Phantasie Konstrukten ist weder produktiv noch sinnvoll. Ganz im Gegenteil, das schürt höchstens Hass und bringt eine Menge schlechte Laune mit sich. Seht es mal von der Seite:

Es ist ein fixes Datum, für alle gleich, auf das sich der mental beschränkte Durchschnitts Homo sapiens vorbereiten kann. Damit er nicht vergisst den Menschen die ihm Nahe stehen und die er gerne hat eine Freude zu bereiten. Ein Tag der ihn daran erinnert menschlich zu sein. Ein Tag im Jahr der ihn altruistisch statt egoistisch sein lässt. Ein Tag im Jahr. Mit einem fixem Datum. Daran kann doch nichts verkehrt sein.

Dass wir ein fixes Datum und eine Feierlichkeit für gewisse Ereignisse benötigen, ist doch unbestritten. Silvester brauchen wir, um Hoffnung zu schöpfen, dass das nächste Jahr besser wird. Fixes Datum, fixer Endpunkt der Misere, fixer Start für den Neubeginn. Der typische US-Amerikaner benötigt den 4. Juli, damit er nicht vergisst, in welchem Land er lebt. Der Deutsche den 3. Oktober für ??? Naja, den braucht er nicht wirklich. Der Deutsche braucht einfach nur Tage für´s gemeinschaftliche betrinken in diversen lustigen Gewändern (wahlweise auch von anderen Kulturen oder Ländern, wie z.B den St. Patrick´s Day). Zusätzlich benötigt der deutsche Mann 2 Tage für´s Blumen kaufen und verschenken. Einmal für die Frau oder Freundin (Valentinstag) und einmal für die Mutter (Muttertag). Sollte er mit seiner Frau schon ein gemeinsames Kind haben, bekommen sowohl seine Frau als auch seine Mutter die Blumen zum Muttertag und der Valentinstag entfällt gänzlich. Warum das so ist, weiß man nicht genau. Viele Experten wollten dieses Rätsel schon lösen, scheiterten aber alle kläglich. So auch Jonathan Frakes in seiner durch RTL II bekannten Fernsehserie, X-Factor: Das Unfassbare. Das Muttertag-Valentinstag-Paradoxon ist bis heute das einzig ungeklärte Phänomen dieser Serie und führte schließlich zu ihrer Beendigung. Ich schweife ab.

JAY-Z, ein „immuner“ Weihnachtsmann, die WHO und Blumen zum Muttertag. Wie soll man damit umgehen? Am besten gar nicht. Aber: Schenkt Freude, verhaltet euch menschlich, seid altruistisch, so oft es möglich ist. Ein fixes Datum ist ein guter Anfang und führt vielleicht zu mehr. In diesem Sinne eine schöne Vorweihnachtszeit. HOOPONOOPONO

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Kommentare

  • Michael Bail (Mittwoch, 16. Dezember 2020 08:35)

    Sehr geil geschrieben, vor allem die Jay-Z Idee.

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